Raum Fußball

7.3. Fußballschuhe von Jochen Müller

Foto: Fußballschuhe von Jochen Müller – 1954 bis 1955 Foto: © Dirk Urban

Jahr: 1954
Leihgeber: Wolfgang Benkert

Geboren und gestorben in Erfurt, spielte Jochen Müller (1925–1985) bereits seit 1936 für den Sport-Club Erfurt und rückte schon als Jugendlicher in die erste Mannschaft auf. Nach 1945 lief er für die Erfurter Nachfolgevereine des SC Erfurt auf, darunter Fortuna, KWU und schließlich Turbine Erfurt, und wurde einer der bedeutendsten Fußballer der Erfurter Nachkriegszeit. Mit Turbine Erfurt gewann er 1954 und 1955 die DDR-Meisterschaft, absolvierte 277 Oberligaspiele und kam auf drei Einsätze für die DDR-Nationalmannschaft. Später blieb er dem Erfurter Fußball auch als Nachwuchstrainer verbunden.

7.4. Programmhefte zum UEFA Cup

Jahr: 1991
Leihgeber: Olaf Schwertner

Diese Programmhefte erinnern an den einzigen Europapokalauftritt des FC Rot-Weiß Erfurt in der Saison 1991/92. Als Zweitbundesligist setzte sich Erfurt in der ersten Runde überraschend mit zwei 1:0-Siegen gegen den FC Groningen durch, bevor die Mannschaft in der zweiten Runde auf Ajax Amsterdam traf. Das niederländische Team gewann später den UEFA-Pokal.

7.6. Erste Vereinssatzung des Sport-Club Erfurt

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  • Schwarze Schrift auf hellem Grund: Motto: Treu allzei, dem Sport geweiht.

    Erste Vereinssatzung des Sport-Club Erfurt e. V. – Deckblatt

    © Dirk Urban
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Jahr: 1904
Leihgeber: FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

Die erste Vereinssatzung des Sport-Clubs Erfurt von 1904 dokumentiert die formale Ordnung des bereits 1895 gegründeten Vereins. Sie wurde praktisch wichtig, weil der Verein sich aufgrund steigender Mitgliederzahlen und Aufgaben formeller aufstellen musste. Die Satzung regelte nun verbindlich grundlegende Fragen des Vereinslebens wie Organisation, Mitgliedschaft und Leitung. Das Dokument verweist damit auf die fortschreitende Institutionalisierung des Sports zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

7.7. Foto: Mannschaft der SG KWU Fortuna Erfurt

Foto: Mannschaft der SG KWU Fortuna Erfurt Foto: © Dirk Urban

Jahr: 1949
Leihgeber: Privatbesitz

Dieses Mannschaftsfoto der BSG KWU „Fortuna“ Erfurt wurde von den Spielern eigenhändig unterschrieben und ihrem „Standart-Mittelläufer“ und Mannschaftskapitän Helmut Nordhaus zu seinem 27. Geburtstag geschenkt. Nordhaus ist im Bild als siebter Spieler von links zu sehen.

7.11. Metallschatulle

Jahr: 1964
Leihgeber: FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

Diese Metallschatulle wurde am 16. Mai 1964 beim Spiel zwischen dem SC Turbine Erfurt und Leeds United im Georgij-Dimitroff-Stadion in Erfurt überreicht. Die Begegnung fand im Rahmenprogramm der Friedensfahrtankunft statt. Als Zeichen der sportlichen Verbundenheit übergab der Kapitän von Leeds United das Geschenk an den Mannschaftskapitän des SC Turbine Erfurt.

7.16. Fan-Weste

Jahr: 1981-1990
Leihgeber: Frank Melzer

Video: Video: Frank Melzer spricht über den Fan-Club „Erfurter Ostkurve“ © Stadtmuseum Erfurt/Frank Melzer

7.17. Wimpel mit Pins verschiedener Vereine

Foto: FC Rot-Weiß Erfurt Wimpel mit Pins verschiedener Vereine Foto: © Dirk Urban

Jahr: 1960er/1970er
Leihgeber: FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

Wimpel mit zahlreichen Fußballpins aus den 1960er und 1970er Jahren, die von Hans Hopp gesammelt wurden. Er vereint Vereinsabzeichen von Mannschaften der DDR-Oberliga mit internationalen Pins von Nationalmannschaften und verweist damit auf die Breite seiner Fußballbegeisterung. Hopp war nicht nur Sammler und Fußballanhänger, sondern auch eine prägende Funktionärsfigur des Erfurter Fußballs und einer der Gründer des FC Rot-Weiß Erfurt. Zuvor war er Sektionsleiter Fußball beim SC Turbine Erfurt, später gehörte er viele Jahre der Leitung des FC Rot-Weiß Erfurt an.

7.20. Fankultur-Unikat: Der FC RWE-Gartenzwerg

Jahr: 2013
Leihgeber: Michael Kummer

Dieser Gartenzwerg entstand 2013 im Rahmen einer Werbeaktion des regionalen Carsharing-Anbieters teilAuto. Für einen Fotowettbewerb wurden individuell bemalte Figuren mit unterschiedlichen Farben und Motiven an Kundinnen und Kunden ausgeliehen, die sie auf Reisen mitnehmen und an ihren Urlaubsorten fotografieren sollten. Der hier gezeigte Zwerg trägt auf dem Rücken das Logo des FC Rot-Weiß Erfurt und verbindet die Aktionsidee mit regionaler Fußballidentität. Nach Abschluss der Aktion erhielt Michael Kummer die Figur von teilAuto und bewahrte sie seitdem als ganz besonderes Sammlerstück auf.

7.21. Goldmedaille der DDR-Schülermeisterschaft für den FC Rot-Weiß Erfurt

Jahr: 1986
Leihgeber: Jochen Müller

Goldmedaille des FC Rot-Weiß Erfurt für den Gewinn der DDR-Schülermeisterschaft im Jahr 1986. Im DDR-Nachwuchsfußball bezeichnete „Schüler“ die Altersgruppe der 13- und 14-Jährigen, heute „U15“ genannt. Dieser Titel war bemerkenswert und außergewöhnlich, weil RWE nicht zu den besonders geförderten Schwerpunktklubs zählte.

7.22. Goldmedaille der DDR-Nachwuchsoberliga für den FC Rot-Weiß Erfurt

Jahr: 1980
Leihgeber: FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

Mit dem Gewinn der DDR-Nachwuchsoberliga errang der FC Rot-Weiß Erfurt 1980 einen besonderen Erfolg im DDR-Nachwuchsfußball. In dieser Spielklasse der Nachwuchsteams der Oberligisten waren damals Spieler bis 21 Jahre zugelassen; pro Spiel durften zudem zwei ältere Spieler eingesetzt werden. Dass Erfurt diesen Titel gewann, war umso bemerkenswerter, da der Verein nicht zu den besonders geförderten Schwerpunktklubs zählte. 

7.23. Foto: Bundesfinale Sportgymnasium mit Clemens Fritz und Marco Engelhardt

Foto: Bundesfinale Sportgymnasium 1997 mit Clemens Fritz und Marco Engelhardt Foto: © Dirk Urban

Jahr: 1997
Leihgeber: Jochen Müller

Die Teilnahme des Sportgymnasiums Erfurt am Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ 1997 steht exemplarisch für die erfolgreiche Erfurter Nachwuchsarbeit im Fußball. Zur Mannschaft zählten mit Clemens Fritz und Marco Engelhardt zwei Spieler, die über die erste Mannschaft des FC Rot-Weiß Erfurt später den Sprung in die Bundesliga und in die deutsche Nationalmannschaft schafften.

7.24. Gestricktes Kurzarm-Trikot, getragen von Jürgen Heun

Foto: Gestricktes Kurzarm-Trikot, getragen von Jürgen Heun – Rückansicht Foto: © Dirk Urban

Jahr: 1970er Jahre
Leihgeber: Mirko Zeuchner

Dieses Kurzarm-Trikot trug Jürgen Heun in den 1970er Jahren. Es wurde vom VEB Obertrikotagen Apolda gefertigt, einem volkseigenen Textilbetrieb, der neben anderer Bekleidung teilweise auch gestrickte Sporttrikots herstellte. Im Spielbetrieb erwiesen sich solche gestrickten Trikots jedoch als wenig praktisch: Das Material nahm Feuchtigkeit auf, wurde schwer und klebte beim Schwitzen am Körper. Das Exponat verweist damit auch auf die materiellen Bedingungen des Fußballs in der DDR.

7.25. Banner „Ilmenau grüßt Jürgen Heun“

Foto: Banner „Ilmenau grüßt Jürgen Heun“ Foto: © Dirk Urban

Jahr: 1980er Jahre
Leihgeber: Holger Bauerschmidt

Das Banner „Ilmenau grüßt Jürgen Heun“ wurde von Fans selbst gefertigt und über viele Jahre im Stadion gezeigt. Solche handgemachten Fahnen und Transparente prägten die Fankultur in der DDR und in Erfurt der 1970er und 1980er Jahre, als industriell hergestellte Fanutensilien kaum erhältlich waren.

7.26. Torwarthandschuhe und Schuhe von Wolfgang Benkert

Jahr: 1985
Leihgeber: Wolfgang Benkert

Diese Torwarthandschuhe und Fußballschuhe sind vom letzten Spiel Wolfgang Benkerts, welches er am 9.11.1985 für den FC Rot-Weiß Erfurt bestritt. Er stand zwischen 1972 und 1985 in 256 DDR-Oberligaspielen für Erfurt im Tor und wurde zu einer Torhüterlegende des Vereins. Von den Fans wurde und wird er „Molli“ genannt. 2015 ernannte ihn der FC Rot-Weiß Erfurt zum Ehrenspielführer. Die hier gezeigten Ausrüstungsstücke erinnern an seine langjährige Laufbahn und an eine der markantesten Spielerpersönlichkeiten der Erfurter Fußballgeschichte.

Video: Wolfgang Benkert spricht über seine Zeit beim Fußball © Stadtmuseum Erfurt/Wolfgang Benkert

7.27. Uhr „Aufstieg Oberliga 1972“

Jahr: 1972
Leihgeber: Wolfgang Benkert

Diese Armbanduhr vom Typ Spezimatic aus Glashütte wurde 1972 als Erinnerungsstück an den Wiederaufstieg des FC Rot-Weiß Erfurt in die DDR-Oberliga überreicht. Die Gravur „Aufstieg Oberliga 1972“ verweist auf den unmittelbaren sportlichen Erfolg nach dem Abstieg von 1971. Das Objekt gehört zu den persönlichen Andenken, die Spieler und Funktionäre im Zusammenhang mit diesem Aufstieg erhielten.

7.29. Urkunde bzw. Diplom für den Gewinn des INTERCUPs durch den FC Rot-Weiß Erfurt

Foto: Urkunde/Diplom für den Gewinn des Internationalen Fussball-Cups durch den FC Rot-Weiß Erfurt (Gruppensieger) – 1985 Foto: © Dirk Urban

Jahr: 1985
Leihgeber: FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

Diese Urkunde erinnert an den Gewinn des Intertoto-Cups 1985 durch den FC Rot-Weiß Erfurt. In dem internationalen Sommerwettbewerb setzte sich Erfurt in seiner Gruppe gegen Fortuna Düsseldorf, RFC Lüttich und den FC Twente Enschede durch. Der Gruppensieg zählt zu den bemerkenswerten internationalen Erfolgen der Vereinsgeschichte.

7.30. Urkunde bzw. Diplom für den Gewinn des INTERCUPs durch den FC Rot-Weiß Erfurt

Foto: Urkunde/Diplom für den Gewinn des Internationalen Fussball-Cups durch den FC Rot-Weiß Erfurt (Gruppensieger) – 1986 Foto: © Dirk Urban

Jahr: 1986
Leihgeber: FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

Diese Urkunde erinnert an den Gewinn der Gruppe im Intertoto-Cup 1986 durch den FC Rot-Weiß Erfurt. In diesem internationalen Sommerwettbewerb traf die Mannschaft auf Kalmar FF, Vitosha Sofia und Lillestrøm SK. Erfurt setzte sich auch diesmal in der Gruppenphase durch und knüpfte damit an die erfolgreichen internationalen Auftritte des Vorjahres an.

7.31. Geschenk für Erreichen des Pokalfinals: Digital-Uhr mit LCD-Anzeige und Gravur „Pokalendspiel 1980“ auf der Rückseite

Jahr: 1980
Leihgeber: Privatbesitz

Quarz-Chronograph LCD aus dem VEB Uhrenkombinat Ruhla, 1979/80 mit Widmung auf der Rückseite „Pokalendspiel 1980“

Den unglücklichen Verlierern des DDR-Pokalendspiels von 1980 wurde ein später Trost zuteil: Im Ausklang des Jahres bekamen sie zur RWE-Weihnachtsfeier dieses Uhren-Modell mit Widmung geschenkt. Martin Iffarth trug und strapazierte die wertvolle Uhr immerhin fünf Jahre lang. Als die Uhr in der DDR als erste Consumer-Digitaluhr 1980 auf den Markt kam, kostete sie 600,00 Mark der DDR. Produziert wurde sie im VEB Uhrenkombinat Ruhla, Thüringen.  Der Quarz-LCD-Chronograph basierte auf dem Kaliber UMF 27-01, das ab 1978 mit japanischen Modulen produziert wurde. Der durchschnittliche Bruttoverdienst in der DDR lag zu diesem Zeitpunkt bei ca. 800,00 Mark.

7.34. Souvenirbälle des FDGB Pokalfinales

Video: Olaf Schwertner spricht über die Sammlung von Fußball-Souvenirs © Stadtmuseum Erfurt/Olaf Schwertner

Jahr: 1980
Leihgeber: Olaf Schwertner

Souvenirball zum FDGB-Pokalfinale. Solche kleinen, farbig gestalteten Lederbälle wurden vor dem Anpfiff des Finalspiels von den Spielern in das Publikum geschossen bzw. geworfen. Sie waren als Erinnerungsstücke für die Zuschauer gedacht und gehörten zum Rahmenprogramm der Pokalendspiele. Nur ein Teil dieser Bälle ist erhalten geblieben.

7.35. Trikot von Erhard Meyer

Jahr: 1974
Leihgeber: Erhard Meyer

Trikot von Erhard Meyer aus seinem letzten Oberliga-Punktspiel für den FC Rot-Weiß Erfurt am 6. April 1974 gegen Hansa Rostock. Der Spieler nahm es nach der Partie unerlaubt mit nach Hause, wo es als persönliches Erinnerungsstück erhalten blieb. Meyer gehörte acht Jahre lang, von 1966 bis 1974, zur Erfurter Mannschaft.

7.41. Programmheft vom Finalspiel um die Ostzonenmeisterschaft ZSG Union Halle gegen SG Fortuna Erfurt im Jahr 1949

Jahr: 1949
Leihgeber: Mirko Zeuchner

Dieses Programmheft erinnert an das Finale der Fußball-Ostzonenmeisterschaft 1949 in Dresden. In diesem Endspiel traf die SG Fortuna Erfurt auf die ZSG Union Halle, Endstand 1:4. Für Erfurt markierte der Einzug in das Finale einen frühen Höhepunkt der Vereinsgeschichte in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

7.42. Originalspielball vom April 1974 mit Unterschriften der Erfurter Spieler

Foto: Originalspielball vom April 1974 mit Unterschriften der Erfurter Spieler Foto: © Dirk Urban

Jahr: 1974
Leihgeber: Erhard Meyer

Originalspielball des Oberligaspiels zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und dem FC Hansa Rostock am 6. April 1974 im Erfurter Georgij-Dimitroff-Stadion. Der Erfurter Spieler Erhard Meyer nahm den Ball nach seinem letzten Spiel für RWE an sich und ließ ihn von seinen Mannschaftskameraden signieren. Das Objekt blieb so als persönliches Erinnerungsstück erhalten.

7.44. Sitzschalen des alten Steigerwaldstadions

Jahr: 1994
Leihgeber: Andreas Hühn und FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

Sitzschalen aus dem VIP-Bereich der 1993/94 erbauten Haupttribüne, heute Westtribüne des Erfurter Steigerwaldstadions. Im Zuge des Stadionumbaus wurden diese Sitzschalen im Jahr 2015 von Fans und Souvenirsammlern abgebaut.

Video: Jochen Müller spricht über die klappbare Flutlichtanlage im Steigerwald Stadion © Stadtmuseum Erfurt/Jochen Müller

7.45. Lautsprecher des alten Steigerwaldstadions

Jahr: 1990
Leihgeber: FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

Die Stadionlautsprecher wurden mit der Saison 1990/91 in Betrieb genommen und lieferten endlich mehr Klangqualität. Aber schon um 2010 herum waren viele von ihnen so defekt, so dass RWE bei seinen Heimspielen auf eine mobile und teure Extrabeschallung setzen musste. Mit dem Abriss des alten Steigerwaldstadions 2015 wurden auch die Lautsprecher entsorgt. Ein findiger RWE-Fan holte sich dennoch einige dieser Lautsprecher, bevor sie im Container landeten und bot sie schließlich im Jahr 2025 auf ebay an. Der FC Rot-Weiß Erfurt schlug zu und hat nun zwei der alten Lautsprecher in seinem Archivbesitz.