Raum Politik
Jahr: Um 1975
Leihgeber: Stadtmuseum Erfurt
Diese Sporttasche der SG Dynamo Erfurt verweist auf die enge Bindung des Sports an staatliche Strukturen in der DDR. Die Sportvereinigung Dynamo war den Sicherheitsorganen, insbesondere Polizei und Staatssicherheit, zugeordnet und nahm im DDR-Sportsystem eine besondere Stellung ein. Das Objekt steht damit exemplarisch für die politische und institutionelle Einflussnahme des Staates auf den Sport.
Jahr: 1934
Leihgeber: Stadtmuseum Erfurt
Das Deutsche Reichssportabzeichen war das Sportabzeichen im Nationalsozialismus. Es war keine Vereinsauszeichnung, sondern ein Leistungsabzeichen für Breitensport, das für bestandene körperliche Prüfungen verliehen wurde. Es knüpfte an das ältere Deutsche Sportabzeichen an und trug ab 1933/34 den neuen Namen. Verliehen wurde es bis 1944 und gehörte zu den staatlich anerkannten Leistungsabzeichen der NS-Zeit. Es steht für die politische Vereinnahmung von Leibesübungen und Körperkultur im Nationalsozialismus.
Jahr: 1933 – 1945
Leihgeber: Stadtmuseum Erfurt
Text folgt
Jahr: 1930
Leihgeber: Stadtmuseum Erfurt
Das Reichstreffen der Roten Sportler fand zu Pfingsten 1930 in Erfurt statt. Es war eine Großveranstaltung des kommunistisch orientierten Arbeitersports und verband Sport, politische Demonstration und Organisation. Das Treffen markierte einen wichtigen Schritt in der Formierung der „Kampfgemeinschaft für die rote Sporteinheit“.
Jahr: Mitte 1980er Jahre
Leihgabe: Stadtmuseum Erfurt
Die „Sportstafette XI. Parteitag der SED“ war ein DDR-weites Wettbewerbsprogramm des Deutschen Turn- und Sportbundes in Vorbereitung auf den XI. Parteitag der SED 1986. Ausgezeichnet wurden dabei nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch ehrenamtliches Engagement, Massenbeteiligung und politische Aktivität. Das Objekt verweist damit auf die enge Verbindung von Sport, Wettbewerbskultur und Herrschaftslegitimation in der DDR.
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Festpostkarte „13. Thüringische Kreisturnfest“ in Erfurt – Frontansicht Foto: © Dirk Urban
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Festpostkarte „13. Thüringische Kreisturnfest“ in Erfurt – Rückansicht Foto: © Dirk Urban
Jahr: 1931
Leihgeber: Stadtmuseum Erfurt
Das 13. Thüringische Kreisturnfest der Deutschen Turnerschaft fand vom 10. bis 12. Juli 1931 in Erfurt statt. Es gehörte zu den regionalen Großveranstaltungen des bürgerlichen Turnens und verweist auf die Bedeutung Erfurts als Austragungsort des organisierten Sports in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Jahr: 26. Juli 1932
Leihgeber: Stadtarchiv Erfurt
Am 26. Juli 1932 sprach Adolf Hitler im Reichstagswahlkampf in der Erfurter Mitteldeutschen Kampfbahn vor zehntausenden Zuhörern. Die NSDAP nutzte das erst 1931 eröffnete Stadion als Bühne moderner Massenpropaganda. Die Kundgebung markierte einen Höhepunkt des nationalsozialistischen Wahlkampfs in Erfurt kurz vor der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932.
Jahr: 1950
Leihgeber: Stadtarchiv Erfurt
Auch in der DDR diente das Erfurter Georgij-Dimitroff-Stadion nicht nur dem Sport, sondern auch der politischen Inszenierung, hier Anfang der 1950er Jahre in der frühen DDR. Das Foto zeigt ein großes Stalin-Porträt auf dem Erfurter Marathontor beim Spiel der BSG Turbine Erfurt gegen die BSG Chemie Leipzig im Jahr 1951. Das Stadion stand damit exemplarisch für die enge Verbindung von Sport, Massenkultur und Staatspropaganda.