Künstlerplakate von Ernst August Zimmermann

04.09.2019 18:00 – 16.04.2020 18:00

Die Ausstellung zeigt Plakate in Hoch-, Tief- und Flachdruck aus vier Jahrzehnten. Einen besonderen Reiz erhält die Ausstellung durch die räumliche Nähe zu den Druckmaschinen, auf denen viele der gezeigten Plakate entstanden sind.
Eine Besichtigung ist nur im Rahmen von Veranstaltungen oder nach Voranmeldung möglich.

Grafik eines Mannes an einer Druckmaschine
Ernst August Zimmermann beim Drucken Grafik: © Jost Heyder, Foto: Stadtverwaltung/Dirk Urban
16.04.2020 18:00

Künstlerplakate von Ernst August Zimmermann

Genre Ausstellung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt
Veranstaltungsort Benary-Speicher, Druckereimuseum und Schaudepot der Museen der Stadt Erfurt, Brühler Straße 37, 99084 Erfurt

Weitere Informationen

Eine Besichtigung ist nur im Rahmen von Veranstaltungen oder nach Voranmeldung möglich.

Die Ausstellung

Die Ausstellung zeigt eine kleine Auswahl von originalen Künstlerplakaten, die in der ehemaligen „Werkstatt für künstlerische Druckgrafik“ Zimmermann entstanden. Die private Grafikdruckerei wurde 1979 gegründet und deren Ausstattung 2002 dem Druckereimuseum im Benary-Speicher fast vollständig zur musealen Aufbewahrung übergeben. An der Seite der historischen Pressen und Lithografiesteine werden nun Drucker-Beleg-Exemplare aus 40 Jahren gezeigt, die Ernst August Zimmermann als Druckgrafiker und Grafikdrucker zum größten Teil selbst gestaltete und druckte. Zumeist übernahm Zimmermann selbst als Grafiker auch die typografische Gestaltung, es sei denn, der Künstler zeichnete selbst seitenrichtig auf Umdruckpapier oder brachte seine seitenverkehrten Foto-Negative mit, die EAZ dann auf lithografische Steine oder Alugrafie-Offsetplatten übertrug. Da die Ausstellungsplakate nur der Eigenwerbung für die jeweiligen Künstler dienten, wurden sie oft nur in kleinen Auflagen von 20 bis 30 Exemplaren gedruckt, welche die Künstler nummerierten und handsignierten. Auf Wunsch des Künstlers übernahm der Drucker das Nummerieren und signierte zusätzlich mit dem EAZ-Prägestempel.

In der Ausstellung werden Plakate gezeigt, die in unterschiedlichen Drucktechniken entstanden.

Hoch-, Material- oder Buchdruck

EAZ als Grafiker entwarf und schnitt einen auf das Papierformat passenden seitenverkehrten Einblatt-Druckstock (Linol- oder Holzschnitt) inklusiv Schriftgestaltung und druckte seitenrichtig Blatt für Blatt die ganze Auflage per Handabzug oder Handpresse auf das ausgewählte Papier.
Der Künstler übergab einen seitenverkehrten Druckstock. EAZ zeichnete den Text seitenrichtig auf Umdruckpapier und druckte ihn auf einen Lithografenstein seitenverkehrt um. Ebenso geschah das mit dem Abdruck des Bildmotives auf diesen gleichen Stein, von dem die Auflage auf das ausgewählte Papier gedruckt wurde.

Tiefdruck (Radierung/ Stich)

Der Künstler übergab eine seitenverkehrte Metallplatte (Radierung oder Stich). EAZ entwarf und lithografierte den Plakattext seitenverkehrt auf den Druckstein, wobei er den Platz für die Originalgrafik frei ließ. Nach dem Druck der Auflage des Schriftplakates auf Kupfertiefdruckpapier druckte er jeweils einen Handabzug der Originalradierung ein.

Flachdruck (Lithografie/ Offsetlithografie)

Der Künstler übergab eine seitenrichtig mit Kreide oder Tusche gezeichnete Alugrafieplatte inklusive der Schriftgestaltung. EAZ druckte die Auflage im indirekten Offsetdruck-Druckverfahren seitenrichtig auf das ausgewählte Papier.
Der Künstler übergab ein seitenrichtig mit Kreide oder Tusche gezeichnetes Bild auf Umdruckpapier. EAZ lithografierte seitenverkehrt auf einen passenden Stein die Schrift und druckte darunter das Original auf diesen Stein um. Alles zusammen wurde dann seitenrichtig als Auflage auf das ausgewählte Papier gedruckt.
Der Künstler übergab ein seitenrichtig mit Kreide oder Tusche gezeichnetes Plakat auf Umdruckpapier. EAZ übertrug es seitenverkehrt auf einen passenden Stein und druckte seitenrichtig die Auflage auf das ausgewählte Papier.

Naturumdruck (Lithografie/Offsetlithografie)

EAZ nutzte als Künstler die Technik des Naturselbstdruckes, um seine Bilder und Texte mit Kreide oder Tusche direkt auf die Druckplatte zu zeichnen. So druckte er die jeweilige Auflage seitenrichtig auf das ausgewählte Papier.

Einblick in die Ausstellung

Video: Einblick in die Ausstellung „Künstlerplakate von Ernst August Zimmermann“ © Stadtverwaltung Erfurt

Der Künstler

Ernst August Zimmermann

  • 1939: am 8. September in Förderstedt, Kreis Kalbe/ Saale, geboren. Seine Eltern – Mutter Magdalene, geborene Klein, und Vater August Zimmermann, beide aus Velké Pole SK, dem ehemaligen Hochwies stammend – waren hier zu dieser Zeit als Saisonarbeiter tätig.
  • 1945 – 1953: Grundschule Kutzleben
  • 1954 – 1958: Lehre und Geselle als Zimmermann im VEB Chemische Werke Buna, Schkopau
  • 1958 – 1961: Wehrdienst
  • 1961 – 1964: Verschiedene Tätigkeiten, u. a. als Zimmermann in einem Privatbetrieb
  • 1965 – 1969: Studium an der Pädagogischen Hochschule Erfurt mit Abschluss als Diplom-Lehrer für Kunsterziehung und Deutsch
  • 1969 – 1979: Kulturwissenschaftlicher Mitarbeiter in der Stadt und im Bezirk Erfurt
  • 1970 – 1989: Künstlerischer Leiter von Mal- und Grafikzirkeln der Post und des WBK Erfurt
  • 1975: Ausstellung beider Mal- und Grafikzirkel im tschechoslowakischen Brno/Prag
  • 1979: Eröffnung der privaten Grafikdruckerei für künstlerischen Hoch-, Tief- und Flachdruck in der Erfurter Liebknechtstraße 49; parallel zur Arbeit als Grafikdrucker entstehen eigene künstlerische Arbeiten
  • 1983: Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR, ab 1990 im VBK- Thüringen e. V. und BBK
  • 1989: Ausstellung mit Druckerbelegexemplaren als Künstlerdrucker in der ungarischen Partnerstadt Györ
  • 1990: Umzug mit Wohnung und Werkstatt in den Ersatzneubau in der Kürschnergasse 8 „Haus Zum grauen Böcken“, ab da Firmierung unter dem Namen „EAZ“
  • 1992: Eröffnung von „e. a.“ Grafik-Galerie und „e. a.“ Grafik-Café mit Elke Zimmermann; es entstehen verstärkt eigene Arbeiten und Künstlerbücher
  • 1995: Gründer und Geschäftsführer des GrafikArt e. V. Erfurt, Sitz im „Haus Zum grauen Böcken“ bis 2002
  • 1999: Projekt im Regionalprogramm Weimar `99: Ausstellung „200 Jahre Erfindung der Lithografie und des Steindrucks“ mit den Preisträgerbildern des Internationalen Senefelder Wettbewerbs und mit mehreren Steindruckern aus Europäischen Ländern
  • 2001: Kulturpreis der Landeshauptstadt Thüringens Erfurt
  • 2002: Ausstellung eigener Werke anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft der Landeshauptstadt Erfurt mit der litauischen Hauptstadt Vilnius
  • 2002: Übergabe der Werkstatteinrichtung an das Schaudepot und Druckereimuseum im Benary- Speicher Erfurt sowie der EAZ-Druckerbeleg-Sammlung an das Erfurter Angermuseum und an die Mühlhäuser Museen
  • Umzug nach Bad Liebenstein
  • 2004: Ausstellungen mit eigenen Werken auf Einladung des Museums der Karpatendeutschen, Bratislava, anlässlich der Aufnahme der Slowakei in die EU (Ausstellungsprojekt: Erfurt – Nova bana – Bratislava – Bad Liebenstein – Wien).
  • 2006: Umzug nach Erfurt
  • 2011: Vierwöchiger Arbeitsaufenthalt als Gastdozent für Kurse in Lithografie und Radierung auf Schloss Haldenstein im Schweizer Kanton Graubünden mit internationalen Künstlern
  • 2013: Ehrenamtsmedaille der CDU-Fraktion des Thüringer Landtages
  • 2018: Thüringer Kulturnadel, verliehen durch die Thüringer Staatskanzlei
  • Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Erfurt und im In- und Ausland

Öffnungszeiten und Termine

Eine Besichtigung ist nur im Rahmen von Veranstaltungen oder nach Voranmeldung möglich.

Termine im Rahmen der Denkmalwoche

04.09.2019 – 18:00 Uhr
Eröffnung der Sonderausstellung „Künstlerplakate von Ernst August Zimmermann“

05.09.2019 – 15:00 bis 18:00 Uhr 
Möglichkeit zur Besichtigung des geöffneten Denkmals

07.09.2019 – 13:00 bis 17:00 Uhr 
Möglichkeit zur Besichtigung des geöffneten Denkmals

08.09.2019 – 13:00 bis 17:00 Uhr 
stündlich Führungen durch den Architekten Rüdiger Weingart