Verfolgen und Aufklären. Flüchtlingsgespräche

28.09.2026 10:00 – 01.11.2026 18:00

Sonderausstellung zur Interkulturellen Woche im Erinnerungsort Topf & Söhne

Ausdrucke von Schwarz-Weiß-Fotos und Texten hängen an den Wänden eines Raumes
Blick in die Ausstellung „Flüchtlingsgespräche“ im Erinnerungsort Topf & Söhne Foto: © Erinnerungsort Topf & Söhne
– 01.11.2026 18:00

Verfolgen und Aufklären. Flüchtlingsgespräche

Genre Ausstellung
Veranstalter Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
workTel. +49 361 655-1681+49 361 655-1681

Flüchtlingsgespräche

Es liegt nur ein Menschenalter dazwischen. 2015 erlebten Christian Lehsten und Solveig Witt, beide in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause, wie Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan zu ihnen kamen. Sie erinnerten sich daran, dass viele Menschen 1944/45 als geflüchtete Kinder in ihre Heimatregion gekommen waren oder von Flüchtlingen abstammen. Damals hatte sich Mecklenburg-Vorpommern rasant verändert. Menschen aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien, viele noch Kinder, verdoppelten die Bevölkerungszahl. Es fehlte an Wohnraum, Nahrung, Arbeit. Und dennoch sagt Irmgard Scholz über das Dorf, in dem sie 1945 als Siebenjährige mit ihrer Familie auf der Flucht vor der sowjetischen Armee strandete: „Für Borkow waren die Flüchtlinge eine Bereicherung.“

Drei Personen sitzen im Gespräche zur Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung „Flüchtlingsgespräche“.
Foto: Zur Eröffnung sprachen über die Ausstellung „Flüchtlingsgespräche“: Kurator Christian Lehsten, Prof. Dr. Annegret Schüle, Leiterin des Erinnerungsortes Topf & Söhne, und Nader Raslan, Mitglied des Ausländerbeirates der Landeshauptstadt Erfurt und Vorsitzender des Syrischen Kulturvereins (v.l.n.r.) Foto: © Erinnerungsort Topf & Söhne

In der Ausstellung „Flüchtlingsgespräche“, die vom 27. September bis 1. November 2026 im Erinnerungsort Topf & Söhne gezeigt wird, lassen Lehsten und Witt Irmgard Scholz und drei weitere Menschen von ihrer Flucht 1945 und vier junge Menschen aus einer Asylbewerberunterkunft von ihrer Flucht 2015 erzählen. Ihre Geschichten von Armut, Gewalt, Vertreibung und Todesangst, aber auch von Hilfe und Rettung, stellen die Frage: Ist die Lage der Flüchtlinge heute nicht in vielem sehr ähnlich wie damals? Angesichts zunehmender rechtsextremer Hetze gegen Migrantinnen und Migranten fragen sie auch: Wie kann eine Gesellschaft empathisch bleiben, Menschen in Not helfen und kulturelle und ethnische Vielfalt als Chance begreifen?

Foto: Igor Seiji Moriya spielte zur Ausstellungseröffnung. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Darüber sprach zur Eröffnung am 27. September um 11 Uhr Prof. Dr. Annegret Schüle, Leiterin des Erinnerungsortes Topf & Söhne, mit dem Kurator Christian Lehsten aus Rothen und mit Nader Raslan, Vertreter des Ausländerbeirates der Stadt Erfurt und ehrenamtlich als Vorsitzender des Syrischen Kulturvereins in Erfurt tätig. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Igor Seiji Moriya an der Gitarre.

Einblicke in die Ausstellung

Veröffentlichungen

Programmheft April – September 2026

Die Sonderausstellung Flüchtlingsgespräche
wird vom 28. September bis 1. November 2026 im Erinnerungsort Topf & Söhne gezeigt.

Im Rahmen der Interkulturellen Woche
der Landeshauptstadt Erfurt