Dauerausstellung im Erinnerungsort Topf & Söhne mit großem Zuspruch wiedereröffnet
Neue Videoinstallation gibt Auschwitz-Überlebenden das Wort
„Die zumeist hochbetagten Überlebenden sind die Letzten, die aus eigenem Erleben berichten können, was ihnen und ihren Familien in Auschwitz angetan wurde. Es ist wichtig, ihre Stimmen dauerhaft hörbar zu machen und gleichzeitig mit der Überzeugungskraft historischer Dokumente die Dimensionen der Täter- und Mittäterschaft zu vermitteln. Das gelingt mit der neuen Ausstellungspräsentation noch besser“, würdigte Oberbürgermeister Andreas Horn die Arbeit.
Prof. Dr. Reinhard Schramm, der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, dankte dem unermüdlichen Team um die Leiterin Prof. Dr. Annegret Schüle dafür, den Erinnerungsort „zu einem unverzichtbaren Lern- und Begegnungsort für die Stärkung der Demokratie“ gemacht zu haben. Das Internationale Auschwitz Komitee, in dem Shoah-Überlebende und ihre Organisationen aus 19 Ländern vereinigt sind, schickte eine Grußbotschaft. Darin sagte die Präsidentin und Auschwitz-Überlebende Eva Umlauf, „der Erinnerungsort spreche die Wahrheit aus in einer Zeit, in der viele schon wieder versuchen, ihr an die Gurgel zu sehen und sie zum Schweigen zu bringen“. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow sagte in seiner Videobotschaft, dass „Nie wieder“ nur gehe, „wenn wir und die nächsten Generationen verstehen, was passiert ist und der Erinnerungsort Topf & Söhne leistet dafür einen großen Beitrag.“
Leiterin Annegret Schüle wies auf die große Nachfrage für die Bildungsangebote hin, die Jugendliche und Erwachsene für die Gefahren von Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus sensibilisieren. Der Erinnerungsort Topf & Söhne konnte seit 2011 fast 190.000 Besucherinnen und Besucher begrüßen. Rund 130 Gäste nutzen den ersten Tag der Wiedereröffnung, um die erneuerte Ausstellung kennenzulernen.
