Kreativ und spirituell: Hamsa startet Mitmachprogramm in der Galerie Waidspeicher
Hamsa als altes Zeichen für Schutz, Heilung und Glück
Die Sonderschau des Netzwerks Jüdisches Leben in Kooperation mit Gastkurator Ido Noy und den Erfurter Kunstmuseen ist hier noch bis 5. Juli 2026 zu sehen. Sie widmet sich dem ikonischen Motiv der geöffneten Handfläche mit ihren fünf Fingern: ein altes Zeichen für Schutz, Heilung und Glück – neu interpretiert von elf israelischen Künstlerinnen. Auch das Rahmenprogramm greift das Hamsa-Motiv in verschiedenen Formaten auf und steckt voller kreativer, spiritueller Mitmachangebote.
Am 8. April von 18:00 bis 20:00 Uhr und am 15. April von 14:00 bis 16:00 Uhr geht es mit „Kreativen Angeboten zu Pessach in den Osterferien: Vom Aufbruch zur Offenbarung“ auf eine kreative Entdeckungsreise durch Schutzsymbole, Befreiungsgeschichte und die Gabe der Tora. Am 21. Mai von 17:00 bis 19:00 Uhr findet der Workshop „Schawuot: Schutz, Freiheit, Verantwortung – Was uns verbindet“ statt. Hierbei dreht sich alles um Zeichen, die tragen, um Hamsa und die Frühlingsfeste als Ausdruck von Hoffnung, Gemeinschaft und gelebter Tradition. Die Teilnahme ist jeweils kostenfrei möglich. Um Anmeldung an altesynagoge@erfurt.de wird gebeten.
Im Mandala Workshop mit Mechi, Gründerin von Erfurts Atelier für meditative Kunst, werden am 13. Mai sowie am 4. Juni jeweils von 15:30 bis 17:00 Uhr gemeinsam Hamsa-Hände mit Mandalas gestaltet. Die Hamsa als schützendes Symbol begegnet uns in vielen Kulturen – genau wie das Mandala, das für Balance, Einheit und innere Ruhe steht. Durch diese Kombination entsteht ein Raum für kreative Begegnung, Reflexion und Austausch. Die Teilnehmerzahl pro Termin ist auf zehn Personen begrenzt. Die Kosten betragen 20,00 Euro pro Person. Eine Anmeldung via Nachricht an 0176 63051833 ist erforderlich.
Weitere Mitmachangebote zum Schutz, Mut und Neubeginn folgen am 29. Mai, ab 18:00 Uhr zu Erfurts „Langer Nacht der Museen“, wenn es heißt „Hamsa: Feiern mit Herz und Hand“. Für den Besuch ist ein gesondertes Ticket erforderlich.
Zur Sonderausstellung
Die Ausstellung widmet sich dem ikonischen und spirituellen Symbol der geöffneten Handfläche mit ihren fünf Fingern – abgeleitet vom arabischen Begriff „khamsa“, was wörtlich übersetzt „fünf“ bedeutet. Die Hand ist ein in den drei größten Weltreligionen weit verbreitetes Motiv in der darstellenden, volkstümlichen und populären Kultur. Die Handfläche gilt ebenso wie die Zahl fünf als göttliches Zeichen der Quelle für Heilung sowie gute Gesundheit und Fruchtbarkeit.
Insbesondere in der jüdischen und muslimischen Tradition ist dieses Symbol für Schutz und Glück weit verbreitet und wird oft als Amulett oder Talisman verwendet, um negative Kräfte abzuwehren sowie ihrem Eigentümer Segen und Glück zu bringen. „Das Motiv der Hamsa ist im Judentum wie im Islam und im Christentum gebräuchlich und zeigt, dass uns mehr verbindet als trennt. Das zu vermitteln, ist gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig“, so Maria Stürzebecher, Kuratorin Welterbestätte „Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt“, zu den Beweggründen der neuen Sonderschau.
Die von Ido Noy kuratierte Ausstellung wurde bereits in Jerusalem, New York und Halberstadt gezeigt und umfasst Arbeiten von elf israelischen Künstlerinnen. Mit dabei sind Hannan Abu-Hussein, Sara Benninga, Zenab Garbia, Rinat Gilboa, Nechama (Ken) Goldman, Andi LaVine Arnovitz, Linda Lieff Altbef, Yifat Naim, Hili Noy, Noa Tripp und Noga Zohar. Ihre künstlerischen Werke werden begleitet von einer Collage aus 555 Hamsas aus den Läden der Jerusalemer Altstadt. Sie stehen für lokale Traditionen und kulturellen Austausch.