Veranstaltungsreihe zur Geschichte der jüdischen Familie Simson und dem Kult um die Simson-Mopeds

30.06.2026 10:35

Der Erinnerungsort Topf & Söhne lädt am 2. Juli um 19:00 Uhr zu einem Podiumsgespräch mit Dennis A. Baum aus New York ein. Er ist Sprecher der jüdischen Familie Simson, deren Vorfahren vor 170 Jahren ein Unternehmen in Heinrichs bei Suhl gründeten. Die Nationalsozialisten enteigneten die Simsonwerke 1935, die Besitzer konnten ihr Leben nur durch die Flucht in die USA retten. Die später in der DDR im Nachfolgeunternehmen hergestellten Zweiräder wie die SR1, die Schwalbe und die S51 sind bis heute Kult.

Unternehmerische Leistung, Vertreibung, Selbstbehauptung

Foto: Alte Postkarte mit Ansicht der Simsonwerke in den 1920er Jahren Foto: © Stadtarchiv Suhl

Als die Simson-Familie in den USA davon erfuhr, dass die AfD Simson als „Ausdruck ostdeutscher Identität“ zum immateriellen Kulturerbe erklären lassen will und den Kult um Simson-Mopeds im Thüringer Wahlkampf nutzte, erklärte der Sprecher der Familie Dennis A. Baum im Januar 2026: „Wir empfinden jegliche Verbindung mit der AfD als abstoßend und als eine Beleidigung unseres Namens.“

Dennis A. Baum wird begleitet vom wirtschaftlichen Berater der Familie, Herbert Warth, und der Firmenhistorikerin Dr. Ulrike Schulz. Der Abend im Erinnerungsort steht unter dem Thema „Die Geschichte der jüdischen Familie Simson – unternehmerische Leistung, Vertreibung, Selbstbehauptung“ und wird moderiert von Prof. Dr. Annegret Schüle, Leiterin des Erinnerungsortes Topf & Söhne.

Am selben Tag findet um 11:00 Uhr im Erinnerungsort eine Schülerbegegnung mit Dennis A. Baum und um 16:00 Uhr in der Neuen Synagoge ein Gespräch zwischen Dennis A. Baum und dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde, Prof. Dr. Reinhard Schramm, statt. Hierfür wird um Anmeldung an info@jlgt.org gebeten. Zum Abschluss lädt der Erinnerungsort am 5. Juli um 10:30 Uhr zu einem Austausch darüber ein, wie junge Menschen auf die Geschichte von Simson blicken. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.