UNESCO-Welterbe erleben: Vortrag über den Aufbruch der Mathildenhöhe Darmstadt
Arain!-Vortrag am 1. September in der Kleinen Synagoge
Philipp Gutbrod, Institut Mathildenhöhe Darmstadt, berichtet am Dienstag, dem 1. September 2026, um 18:30 Uhr über das Thema „Wiege der Moderne – Die UNESCO-Welterbestätte Mathildenhöhe Darmstadt“. In seinem Gastvortrag präsentiert er das wegweisende Ensemble der Künstlerkolonie, die zwischen 1901 und 1914 Architektur, Raumkunst und Landschaftsgestaltung als Gesamtkunstwerke vereinte und entscheidende Impulse für die Designentwicklung auslöste. Die Veranstaltung findet im Rahmen von „Arain! Der Erfurter Synagogenabend“ – aufgrund der baubedingten Schließung der Alten Synagoge Erfurt dieses Mal in der Kleinen Synagoge – statt. Der Einlass erfolgt ab 18:00 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei.
Die beliebte Arain! Veranstaltungsreihe des Netzwerks Jüdisches Leben Erfurt bietet einmal monatlich öffentliche (Gast-)Vorträge rund um jüdische Geschichte, das Jüdisch-Mittelalterliche UNESCO-Welterbe Erfurt, andere Welterbestätten und das globale Welterbe-Programm – prall gefüllt mit wissenswerten Hintergrundinformationen. Alle Themen und Termine sowie der aktuelle Programmflyer sind unter www.juedisches-leben.erfurt.de zu finden.
Details zum Vortrag
Die UNESCO-Welterbestätte „Mathildenhöhe Darmstadt“ bildet ein einzigartiges Zeugnis der künstlerischen Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die von der Künstlerkolonie Darmstadt geschaffenen Bauwerke, Skulpturen, gestalteten Freiflächen und Werke der angewandten Kunst dokumentieren auf unvergleichliche Weise den architektonischen Aufbruch dieser Epoche geprägt vom Geist internationaler Reformbewegungen. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein gründete die Künstlerkolonie im Jahr 1899, um Kultur- mit Wirtschaftsförderung zu verbinden. Innerhalb von 15 Jahren waren auf der Mathildenhöhe Darmstadt insgesamt 23 Künstler tätig und erschufen zwischen 1901 und 1914 im Rahmen von vier großen Bauausstellungen ein wegweisendes Ensemble mit internationaler Ausstrahlung. Sie präsentierten Architektur, Raumkunst und Landschaftsgestaltung als integrierte Gesamtkunstwerke. Von der Mathildenhöhe gingen somit entscheidende Impulse für die Architektur- und Designentwicklung des frühen 20. Jahrhunderts aus.
Zur Person
Philipp Gutbrod studierte Kunstgeschichte, öffentliches Recht und klassische Archäologie an den Universitäten in Heidelberg und München. Er promovierte 2004 mit einem Postgraduiertenstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes über den Künstler Wols. Gutbrod arbeitete nach dem Studium als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Seminar der Freien Universität Berlin. Nach einer Tätigkeit im Kunstmarkt in den USA und Kanada fungierte er von 2011 bis 2015 am Institut Mathildenhöhe Darmstadt zuerst als Kurator und Sammlungsleiter, ab 2015 dann als Direktor. Philipp Gutbrod hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert und Veröffentlichungen publiziert. Als Mitglied des UNESCO-Welterbeteams in Darmstadt hat er erfolgreich an der Aufnahme der „Mathildenhöhe Darmstadt“ in die UNESCO-Welterbeliste im Jahr 2021 mitgewirkt. Seit März 2025 leitet Gutbrod zusätzlich das Site Management der Welterbestätte und füllt die Stelle des Darmstädter Kulturreferenten aus.