Aus der Dunkelheit ins Licht. Die Wiederentdeckung der Alten Synagoge in Erfurt

05.11.2019 19:30 – 05.11.2019 21:00

Ein Vortrag von Rosita Peterseim, Erfurt

Die Alte Synagoge von der Waagegasse aus gesehen. Im Vordergrund des Fotos der steinerne Torbogen, der auf das Nachbargrundstück führt, von der Synagoge sieht man die Nord- und die Westfassade.
Alte Synagoge: Blick von der Waagegasse Bild: © Albrecht von Kirchbach
05.11.2019 21:00

Aus der Dunkelheit ins Licht. Die Wiederentdeckung der Alten Synagoge in Erfurt

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Unesco-Beauftragte in Kooperation mit den Geschichtsmuseen
Veranstaltungsort Alte Synagoge, Waagegasse 8, 99084 Erfurt

Aus der Fachliteratur war seit dem 19. Jahrhundert bekannt, dass sich in dem Quartier Fischmarkt – Michaelisstraße – Waagegasse verbaute Mauerreste einer Synagoge befinden sollen. Ende der 1980iger Jahre gab es dann Anlass und die Initiative von haupt- und ehrenamtlichen Denkmalpflegern die marode Bausubstanz des Quartiers etwas genauer in Augenschein zu nehmen.

Es folgte eine intensive Zeit abenteuerlicher Exkursionen mit Taschenlampe und Blitzlicht durch Keller, über Flachdächer und Dachböden der ineinander verzahnten Grundstücke. Dabei zeichnete sich ab, dass nicht nur einige Mauerreste, sondern wesentlich mehr wertvollste, originale Bausubstanz vorhanden ist´: Keller, vier Außenwände mit verschiedenen Fensteröffnungen und wohl auch das Dach von einem massiven mittelalterlichem Bau.

Nach Identifizierung eines Teils der großen Fensterrosette und eines Maßwerkfensters in der Westfassade vom Dachboden aus, wurde uns schlagartig bewusst, dass es sich ursprünglich nicht um einen Speicher, sondern um ein sehr repräsentatives Bauwerk handeln muss; - die mittelalterliche Synagoge.  So kam sie dann in den nächsten Jahren nach systematischer bauhistorischer Untersuchung, Abriss der zahlreichen Anbauten und sensibler Sanierung aus der Dunkelheit wieder ans Licht.

Zur Person

Rosita Peterseim studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität in Leipzig. Sie war in einer Denkmalfirma tätig und seit 1990 in der städtischen Denkmalbehörde Erfurt, zuständig u.a. für die Betreuung der jüdischen Kulturdenkmale, ihre Wiedererstehung und Pflege.

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3. Dezember
Vera Henkelmann, Eschweiler: „Es werde Licht!“ – Künstliches Licht im jüdischen und christlichen Sakralraum