NS-Eugenik-Verbrechen und ihre Folgen. Historische Analysen und pädagogische Impulse

26.03.2026 19:00 – 26.03.2026 21:00

Buchvorstellung mit dem Herausgeber Dr. Karl Porges und anschließendes Podium mit Autorinnen und Autoren des Bandes aus Forschung, inklusiver Bildung und kritischer Erinnerungsarbeit

Sechs Personen, hell gekleidet auf einer Bühne
Das Theaterstück Ausradiert des stellwerks junges theater aus Weimar gastierte im Rahmen des Kooperationsprojektes Beredtes Schweigen am 27. Mai 2025 im Erinnerungsort Topf & Söhne Foto: © Matthias Prick
26.03.2026 21:00

NS-Eugenik-Verbrechen und ihre Folgen. Historische Analysen und pädagogische Impulse

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Die nationalsozialistischen Eugenik-Verbrechen werden zum Teil bis heute verdrängt

Die nationalsozialistischen Eugenik-Verbrechen werden zum Teil bis heute verdrängt. Nur wenige wissen, was damals in den Krankenhäusern, Gesundheitsämtern, Heilanstalten, Kinder- und Fürsorgeheimen geschah. Doch die „vergessenen Opfer“ haben ein Recht auf Gedenken und ihre Geschichte sensibilisiert für die Rechte von Menschen mit Behinderung heute.

Zwei Jahre arbeitete das Kooperationsprojekt Beredtes Schweigen. NS-Eugenikverbrechen und ihre Folgen in Jena und Weimar wissenschaftlich, künstlerisch, journalistisch und pädagogisch, um exemplarisch Lebens- und Leidenswege von Opfern der Zwangssterilisation und des „Euthanasie“-Mordprogramms zu erinnern und Täterorte sichtbar zu machen. Es entstanden u.a. die Graphic Novel und das Theaterstück Ausradiert, Fassadenprojektionen, Bildungsmedien und dieses Buch, das historische Analysen über den Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen im Nationalsozialismus mit Beiträgen zu (außer-)schulischen sowie künstlerischen Arbeiten verbindet.

Der Schwerpunkt Thüringen wurde für das vom Bundesministerium der Finanzen und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft geförderte Kooperationsprojekt bewusst gewählt. 20 Prozent der Menschen in Thüringen stimmen in aktuellen Erhebungen der Aussage „Es gibt wertvolles und unwertes Leben“ zu. Diese Unterscheidung wurde im Nationalsozialismus zur Grundlage von Ausgrenzung, Gewalt und Vernichtung. Auch heute greift der erstarkende Rechtsextremismus die erstrittene gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an und gefährdet ihre Rechte. Seit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention am 26. März 2009 hat der Staat in Deutschland die Pflicht, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu achten, zu gewährleisten und zu schützen. Daran zu erinnern, wie die Verbrechen im Nationalsozialismus möglich wurden, wer die Opfer und wer die Täter waren, ist ein Beitrag dazu.