Begegnung per Klick? Zeugnisse von Überlebenden der nationalsozialistischen Verbrechen in digitalen Formaten

21.04.2026 13:30 – 21.04.2026 17:30

Fortbildung für Lehrkräfte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
mit
Dr. Axel Doßmann, Historiker,
Dr. Sylvia Asmus, Direktorin, und
Theresia Biehl, Mitarbeiterin des Deutsches Exilarchivs 1933 –1945 an der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main
(Thillm-Nr. 278100601)

Person hält Tablet auf dem Schoß und tippt auf den Bildschirm, auf dem Bilder von Personen zu sehen sind.
In acht Interviews sind die Stimmen von Auschwitz-Überlebenden zu hören. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
21.04.2026 17:30

Begegnung per Klick? Zeugnisse von Überlebenden der nationalsozialistischen Verbrechen in digitalen Formaten

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Wie vermeiden wir, dass Zeugenschaft zu einem bloßen „Erlebnis" wird?

Um eine Begegnung mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Nationalsozialismus auch dann noch zu ermöglichen, wenn die letzten Überlebenden verstummt sind, werden derzeit digitale Formate wie holografische Darstellungen oder KI-gestützte Frage-Antwort-Systeme erprobt. Sie erzeugen die Nähe und Emotionalität einer persönlichen Begegnung wie im Zeitzeugengespräch, werfen jedoch zugleich zentrale didaktische Fragen auf: Wie können die persönlichen Erfahrungen in ihrer Subjektivität und historischen Komplexität vermittelt werden? Welche Art von Quellenkritik brauchen diese neuen Formate? Wie vermeiden wir, dass Zeugenschaft auf abrufbare Einzelantworten reduziert oder zu einem bloßen „Erlebnis" wird?

In einem einführenden Vortrag stellt der Historiker Dr. Axel Doßmann verschiedene digitale Formate der Holocaust-Vermittlung vor und ordnet sie kritisch aus geschichtsdidaktischer Perspektive ein. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler benötigen, um digitale Angebote mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen reflektiert zu nutzen, und wie sich historisches Lernen unter den Bedingungen digitaler Medien sinnvoll gestalten lässt.

Im zweiten Teil der Fortbildung präsentieren Dr. Sylvia Asmus und Theresia Biehl vom Deutschen Exilarchiv 1933 –1945 der Deutschen Nationalbibliothek das Projekt Frag nach!. Das Projekt verfolgt das Ziel, Berichte von Holocaust-Überlebenden für nachfolgende Generationen zu bewahren und zugleich neue Wege digitaler Erinnerungsarbeit für Bildungszusammenhänge zu erproben. In einem moderierten Praxisteil haben die Lehrkräfte Gelegenheit, die digitalen interaktiven Interviews mit den Holocaust-Überlebenden Inge Auerbacher und Kurt S. Maier selbst auszuprobieren und deren Einsatzmöglichkeiten für das historische Lernen zu reflektieren.

Den Abschluss bildet ein Podiumsgespräch zu praktischen Umsetzungsfragen sowie zu methodisch-didaktischen Zielsetzungen digitaler Erinnerungsformate. Darüber hinaus bleibt Raum für Rückfragen, Erfahrungsaustausch und Diskussion.

Anmeldung über www.schulportal-thueringen.de

In Zusammenarbeit mit
Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung
und Medien