Carillon-Konzert mit den Erfurter Carillonneuren

26.09.2026 16:00 – 26.09.2026 17:00

Am 26. September 2026 spielen die drei Erfurter Carillonneure Ulrich Seidel, Tamara Bourvé und Iuliia Osintseva das kostenfreie Live-Konzert am Erfurter Bartholomäusturm.

Ein Mann und zwei Frauen in winterlicher Kleidung vor dem Spieltisch des Erfurter Carillons
Die Erfurter Carilllonneure: Ulrich Seidel, Tamara Bourvé, Iuliia Osintseva Foto: © Ulrich Seidel
26.09.2026 17:00

Carillon-Konzert mit den Erfurter Carillonneuren

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Bartholomäusturm
Veranstaltungsort Bartholomäusturm , Anger 52, 99084 Erfurt
workTel. +49 177 7975-493+49 177 7975-493

Weitere Informationen

Stadtbahn 1,2,3,4,5,6, Haltestelle Anger

Die Erfurter Carillonneure

6 Hände, 60 Glocken und jede Menge Leidenschaft

Wenn sie alle zusammen am Stockenklavier des Turmglockenspiels sitzen, wird es eng in der Spielkabine – klanglich aber besonders harmonisch. Seit dem ersten gemeinsamen Auftritt im Advent 2021 haben sich Iuliia Osintseva, Tamara Bourvé und Ulrich Seidel zusammengeschlossen, um musikalisch von- und miteinander zu lernen. Stücke für vier oder sechs Hände auf dem Carillon zu spielen, macht einfach unbändige Freude. Mindestens einmal im Jahr bringen sie die Glocken im Bartholomäusturm zu dritt zum Klingen.

Iuliia Osintseva

Foto: Iuliia Osintseva am Erfurter Carillon Foto: © Ulrich Seidel

... hat ihre Wurzeln in der Ukraine, wo sie als Kind Klavier- und Schlagzeugunterricht erhielt. Sie studierte Architektur in Weimar und ist heute Software-Entwicklerin.

Als Iuliia im Jahr 2015 das Carillon im Bartholomäusturm hörte, fragte sie spontan, ob auch sie das Spiel auf dem Carillon erlernen könne. Seither erhält sie Unterricht von Ulrich Seidel und nimmt an verschiedenen Carillon-Workshops teil.

Tamara Bourvé

Foto: Tamara Bourvé spielt am Carillon Foto: © Ulrich Seidel

... ist als Lehrerin tätig und hat in Rostock studiert. Dort hörte sie im Fünfgiebelhaus erstmals ein Carillon und fragte sogleich nach Ausbildungsmöglichkeiten, die es hier leider nicht gab.

Als sie 2018 nach Erfurt zog, erlebte sie ein Carillon-Konzert am Bartholomäusturm und fragte nochmals nach einer musikalischen Ausbildung, diesmal mit Erfolg. Vorgebildet an Klavier und Orgel, erhielt sie die ersten Unterrichtstunden von Ulrich Seidel. Seit Ende 2021 studiert Tamara an der Königlichen Glockenspielschule „Jef Denyn“ im belgischen Mechelen.

Ulrich Seidel

Foto: Ulrich Seidel horcht an einer Glocke im Bartholomäusturm Foto: © Ulrich Seidel

... sah das Carillon 2007 erstmals aus nächster Nähe und war sofort von dessen Klangfülle fasziniert. Der gebürtige Erfurter lernte als Kind Geige an der städtischen Musikschule und später autodidaktisch Gitarre. Anfang der 1990er begann Ulrich mit dem Unterricht am Schlagzeug, wechselte später zur Bassgitarre sowie Pauke und schließlich zum Klavier.

Von 2007 bis 2010 erhielt er Lehrstunden von Franz Ludwig, dem damaligen Carillonneur am Bartholomäusturm. 2010 übernahm Ulrich dessen offizielles Amt und gab sein erstes Konzert. Von 2012 bis 2026 studierte er intermittierend an der Königlichen Glockenspielschule „Jef Denyn“ in Mechelen und an der Kirchenmusikschule Løgumkloster in Dänemark. Als Vorsitzender des Deutsche Glockenspielvereinigung e. V. repräsentiert der leidenschaftliche Carillonneur die anspruchsvolle und virtuose Kunstform seit 2010 auch international.

Zum Erfurter Carillon

Foto: Das Erfurter Carillon im Bartholomäusturm Foto: © Stadtverwaltung Erfurt - Norman Hera

Das Carillon im Erfurter Bartholomäusturm gehört seit 1972 zum Stadtmuseum. Mit 60 Bronzeglocken zählt es zu den größeren Instrumenten dieser Art in Deutschland. Die weltweit größten Carillons sind in Kubinka (nahe Moskau, 78 Glocken), Taejon/Südkorea (77 Glocken) und Halle an der Saale (76 Glocken).

1979 entwarf der Apoldaer Glockengießer Peter Schilling das Instrument. Die 60 Glocken wurden im selben Jahr im VEB Glockengießerei Apolda gegossen.

Das Turmglockenspiel verfügt über eine Handspieleinrichtung, ein sogenanntes Stockenklavier. Der Carillonneur (Glockenspieler) sitzt vor diesem und drückt mit geballten Fäusten die Tasten des Stockenklaviers nieder. Je kräftiger er dies tut, desto lauter wird der Klang der Glocke. Der Tastaturaufbau ist einer Klaviertastatur ähnlich, jedoch sind die Abstände der Tasten zueinander wesentlich größer.