Die mittelalterliche Synagoge in Rufach (Elsass) – Neue Erkenntnisse der Bauforschung
Zum Vortrag:
Die im 13. Jahrhundert erbaute ehemalige Synagoge von Rouffach im Elsass (dt. Rufach) ist eines der ältesten erhaltenen jüdischen Gebäude Europas und das einzige sicher erhaltene mittelalterliche jüdische Gebäude in Frankreich. Obwohl die jüdische Gemeinde im Mittelalter Gegenstand mehrerer Forschungen war, war die einzige Veröffentlichung über das Gebäude bis vor kurzem eine Studie von Charles Winkler aus dem Jahr 1906. Im Rahmen einer 2020 durchgeführten Studie konnten dank bauarchäologischer Methoden neue Erkenntnisse gewonnen werden. Diese Arbeit ermöglichte neue Überlegungen zur Architektur, zum Zugang zur Synagoge und zu ihrer Nutzung im Mittelalter und widerlegte teilweise die bisher vertretenen Thesen. Darüber hinaus konnte der Umbau des Gebäudes zu einem Wohnhaus mit einer teilweise erhaltenen Stube, einschließlich des Dachstuhls, durch dendrochronologische Analyse auf das 15. Jahrhundert datiert werden. Der Vortrag wird die neuen Erkenntnisse über den ursprünglichen Bau der Synagoge sowie über ihren Umbau zu einem Wohnhaus im Spätmittelalter vorstellen. Abschließend wird ein Einblick in die aktuelle Forschung zur Einbettung des Gebäudes in ein Judenviertel und in die Stadt Rufach gegeben.
Einlass ab 18:00 Uhr. Beginn um 18:30 Uhr.
Der Eintritt ist wie immer frei.
Zur Person:
Carla Heym, M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Sie studierte Bauingenieurwesen an der Technischen Universität München sowie Denkmalpflege an der Universität Bamberg. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Bauforscherin und Bauingenieurin in Praxis und Forschung arbeitet sie seit 2024 im deutsch-französischen Forschungsprojekt „Rubiacum“ zur Stadtbaugeschichte von Rufach (Elsass). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Bauforschung, Stadtmorphologie sowie der jüdischen Architektur des Mittelalters.