Bildungsangebot zu den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen und ihrer Bedeutung für die Zerstörung der Demokratie

29.06.2026 09:00 – 29.06.2026 14:00

93 Jahre nach der Bücherverbrennung in Erfurt am 29. Juni 1933 können Jugendliche ab Klasse 9 an einem von zwei Seminaren am Erinnerungsort teilnehmen, sie beginnen um 9 und 12 Uhr und dauern 120 Minuten.

Parkanlage mit Steinweg, Stelen und Kegeln zum Denkort Bücherverbrennung.
Der Denkort Bücherverbrennung 1933 erinnert an die von den Nationalsozialisten vernichtete Kultur. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt, Dirk Urban
29.06.2026 14:00

Bildungsangebot zu den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen und ihrer Bedeutung für die Zerstörung der Demokratie

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Das Seminar steht im Zusammenhang mit dem Denkort Bücherverbrennung 1933 auf der ega

Fast das ganze Jahr 1933 hindurch fanden überall in Deutschland Bücherverbrennungen statt. Erfurt, damals preußisch und nicht zum Land Thüringen gehörend, war einer von elf Orten, an denen 1933 auf dem Gebiet des heutigen Freistaats die Bücher jüdischer, oppositioneller und politisch unliebsamer Schriftsteller und Schriftstellerinnen verbrannt wurden: Allstedt (22. April, Marktplatz), Hirschberg/ Saale (2. Mai, Marktplatz), Oldisleben (12. Mai, Schulplatz), Mühlhausen (20. Mai, Blobach), Hildburghausen (22. Mai, Marktplatz), Niedergrunstedt bei Weimar, heute Ortsteil von Weimar (21. Juni 1933, Auf der Anhöhe), Erfurt (29. Juni, Sportplatz an der Cyriaksburg), Kahla (5. August, Sportplatz), Altenburg (11. August, Auf dem Anger), Jena (26. August, Marktplatz), Nordhausen (10. November, Markt). An mindestens fünf Orten, darunter auch Erfurt, war maßgeblich die Hitlerjugend (HJ), die Jugendorganisation der NSDAP, beteiligt.

Zum 93. Jahrestag der Bücherverbrennung in Erfurt bietet der Erinnerungsort Topf & Söhne zweimal das Seminar Bücherverbrennung und Menschenfeindlichkeit im Nationalsozialismus an. Es zeichnet anhand der Bücherverbrennungen exemplarisch die Zerstörung der ersten deutschen Demokratie und die Durchsetzung und Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur nach. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit ausgewählten Autorinnen und Autoren und ihren verbrannten und verbotenen Werken und erkennen so, gegen wen sich die Menschenfeindlichkeit im nationalsozialistischen Weltbild richtete. In multimedialen Formaten setzen sich die Jugendlichen damit auseinander, wie die Bücherverbrennungen in ihren drei Phasen von unterschiedlichen Mustern der Menschenfeindlichkeit bestimmt waren und als Praktiken der Identifikation und Ausgrenzung zur Formierung einer nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ beitrugen.

Das Seminar steht im Zusammenhang mit dem Denkort Bücherverbrennung 1933 auf der ega und ist aus einem mehrmonatigen von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Modellprojekt hervorgegangen, in dem sich Jugendliche unter gedenkstättenpädagogischer Anleitung intensiv mit dem Thema der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen auseinandergesetzt und nach dem Peer-to-Peer-Konzept eigene Workshops konzipiert und durchgeführt haben.

Auf der Webseite des egaparks befindet sich unter Denkort Bücherverbrennung 1933 eine Unterseite Workshop Bücherverbrennung und Menschenfeindlichkeit mit allen Materialien, um dieses Bildungsangebot selbst durchzuführen. Weitere Unterseiten machen dort Audios mit Lesungen der Schotte aus verbrannten und verbotenen Büchern sowie viele Informationen zur Geschichte und zum Denkmal zugänglich: https://t1p.de/denkort

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bücher aus dem Feuer