Eröffnung der Sonderausstellung Flüchtlingsgespräche
Die Ausstellung gibt Einblicke in acht Fluchtgeschichten
1945 lebten in Rothen in Mecklenburg-Vorpommern 108 Menschen. 1946 waren es über 180, also fast doppelt so viele. Sehr viele Menschen in dieser Gegend sind Flüchtlinge oder Nachkommen von Flüchtlingen. Sie flohen damals vor Bomben und Hunger. Sie wurden vertrieben, die Frauen hatten Angst vor Vergewaltigung. Viele erzählen, wie schwer es für sie war, als Fremde anzukommen. Neben der materiellen Not war auch die gesellschaftliche Ausgrenzung und Diffamierung oft eine bedrückende und demütigende Erfahrung.
Als Christian Lehsten aus Rothen und Solveig Witt aus Dabel ihre Geschichten hörten, fragten sie sich 2015: Ist die Lage der Flüchtlinge heute nicht in vielem sehr ähnlich? In ihrer Ausstellung Flüchtlingsgespräche verbinden sie acht Geschichten und Portraits. Sie lassen vier ältere Menschen erzählen, die die Flucht 1945 als Kinder überstanden und in Rothen und den Nachbarorten eine Heimat fanden. Und es kommen vier junge Menschen zu Wort, die damals in der Asylbewerberunterkunft in Dabeln lebten.
Die Sonderausstellung Flüchtlingsgespräche wird vom 28. September bis 1. November 2026 im Erinnerungsort gezeigt.
Im Rahmen der Interkulturellen Woche der Landeshauptstadt Erfurt