Leugnen, verharmlosen, relativieren. Der Holocaust und die extreme Rechte
Dr. Maik Tändler beleuchtet in seinem Vortrag Geschichte und Ideologie dieses Geschichtsrevisionismus seit Beginn der 1950er Jahre
Die „Neue Rechte", die eine intellektuelle Erneuerung des Rechtsextremismus anstrebt, ist sich mit rechtsextremen Politikern in der Ablehnung der Erinnerungskultur zum Nationalsozialismuseinig. Sie diffamieren die öffentliche Erinnerung an den Holocaust gerne als „Schuldkult", der dazu diene, den Nationalstolz der Deutschen zu unterdrücken.
Damit stehen sie in einer langen Tradition, hat die extreme Rechte in der Bundesrepublik die Verbrechen des Nationalsozialismus doch von Beginn an relativiert oder geleugnet und ihre Aufarbeitung bekämpft. Dr. Maik Tändler beleuchtet in seinem Vortrag Geschichte und Ideologie dieses Geschichtsrevisionismus seit Beginn der 1950er Jahre und zeigt sein Fortwirken bis in die Gegenwart auf.
Ein anschließendes Podiumsgespräch thematisiert auch den Beitrag der Erinnerungskultur zur Entwicklung und Verteidigung der Demokratie in der Bundesrepublik und fragt angesichts des Erstarkens rechtsextremer Kräfte und ihrer Besetzung gesellschaftlicher Räume und politischer Machtpositionen danach, welche Gefahr der Geschichtsrevisionismus für die demokratische Verfasstheit unserer Gesellschaft darstellt.
Die Geschichte der intellektuellen und radikalen Rechten stellt einen Forschungsschwerpunkt des Historikers Dr. Maik Tändler dar. 2025 veröffentlichte er im Wallstein-Verlag die Monografie Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik.
In Zusammenarbeit mit
Netzwerk Historiker*innen für eine demokratische
Gesellschaft (hist4dem)
Thüringer Landeszentrale für politische Bildung
Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte