Bildung mit Haltung. Wie mit der Instrumentalisierung des Neutralitätsgebots umgehen?

29.10.2026 14:00 – 29.10.2026 17:30

Fortbildung für Lehrkräfte (Thillm-Nr. 278100801)
mit Doreen Breuer, Koordinatorin Netzwerk Demokratie und Courage bei Arbeit und Leben Thüringen e.V., und
Rebekka Schubert, Gedenkstättenpädagogin am Erinnerungsort
Topf & Söhne

Plakat mit Aufschrift Mythos Neutralität. Demokratie stärken und Haltung zeigen im Schulalltag
Schule zeigt HALTUNG. MYTHOS NEUTRALITÄT. Demokratie stärken und Haltung zeigen im Schulalltag, Broschüre der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Foto: © Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
– 29.10.2026 17:30

Bildung mit Haltung. Wie mit der Instrumentalisierung des Neutralitätsgebots umgehen?

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Neutralitätsgebot als Druckmittel

Schule ist ein Ort, an dem sich Menschen zu selbstbestimmten, kritisch denkenden und sozial verantwortlichen Individuen entwickeln sollen. Sie darf deshalb menschenverachtenden, demokratiefeindlichen und diskriminierenden Äußerungen keinen Raum geben. Doch Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, die sich in
diesem Sinne engagieren, werden zunehmend mit dem Vorwurf unter Druck gesetzt, sie würden damit gegen ein Neutralitätsgebot verstoßen.

Außerschulische Lernorte zum Nationalsozialismus wie der Erinnerungsort Topf & Söhne bieten ein besonderes Potential, durch eine dialogische Auseinandersetzung mit der Geschichte demokratische und menschenrechtsorientierte Haltungen zu stärken. Doch gleichzeitig zeigt sich auch dort unter den Jugendlichen der zunehmende Einfluss des Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. So beobachtet das Team am Erinnerungsort Topf & Söhne seit einigen Jahren vermehrt Verweigerungs- und Abwehrhaltungen in pädagogischen Angeboten. Offen rechtsextreme oder menschenfeindliche Äußerungen sind dabei eher selten. Stattdessen zeigen sich Distanzierungen, subtile Abwertungen
oder Versuche, historische Verantwortung und Erinnerungskultur infrage zu stellen.

Angesichts dieser Herausforderungen können sich Schule und historisch-politische Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus gegenseitig unterstützen und stärken. Im ersten Teil der Fortbildung greift Doreen Breuer typische Situationen aus dem schulischen Alltag auf und thematisiert dabei auch die Instrumentalisierung des Neutralitätsgebots. Gemeinsam werden Argumentations- und Gesprächsstrategien entwickelt, die helfen, souverän auf Vorwürfe zu reagieren, Haltung zu zeigen und demokratische
Lernräume offenzuhalten und zu stärken. Im zweiten Teil stellt Rebekka Schubert anhand von Beispielen aus der Bildungsarbeit am Erinnerungsort Topf & Söhne Handlungsstrategien im Umgang mit Verweigerung, subtiler Abwertung und Angriffen auf die Erinnerungsarbeit vor.

Gemeinsam wird diskutiert, welche präventiven, intervenierenden und nachbereitenden Ansätze Bildungseinrichtungen gegen demokratiefeindliche Einflüsse und für die Stärkung einer demokratischen Haltung entwickeln können.

In Zusammenarbeit mit
Arbeit und Leben Thüringen e.V.
Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung
und Medien

Anmeldung über
www.schulportal-thueringen.de